Die Kältetechnik ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Von der Confiserie Sprüngli über den Volg in Bönigen und die Impfstoff-Produktion der Lonza bis hin zu den Büroräumen im Prime-Tower – überall arbeiten im Hintergrund Kälte- und Klimaanlagen. Das ist allerdings nicht gratis zu haben. Zum einen belasten noch viele Anlagen mit veralteten Kältemitteln die Umwelt. Anderseits zahlen wir den Preis in Form von Kilowattstunden: 14 Prozent des gesamten Stromverbrauchs wendet die Schweiz für Kälteanwendungen auf.

Klimawandel forciert den Kühlbedarf

Das wird in Zukunft nicht weniger werden, im Gegenteil. Unsere Konsum- und Lebensgewohnheiten basieren oft auf Kälteanwendungen. Gleichzeitig führt der Klimawandel in den nächsten Jahrzehnten zu einem globalen Temperaturanstieg von bis zu 2 °C, auch wenn wir uns dagegenstemmen und es schaffen, unser Leben CO2-neutral zu gestalten. Diverse Studien zeigen: Mit der Klimaerwärmung wird der Kühlbedarf um das Siebenfache steigen. 

Die Kältebranche arbeitet daher seit vielen Jahren an Konzepten, wie wir klimafreundlich und mit wenig Energie ein angenehmes Raumklima und eine zuverlässige Versorgung der Prozesse in Industrie- und Gewerbe sicherstellen können. Der Schlüssel liegt zum einen bei klimafreundlichen Kältemitteln mit natürlichen oder modernen synthetischen Stoffen, die die Umwelt wenig bis gar nicht belasten. 

Langfristiges Denken zahlt sich aus

Genauso wichtig ist es, dass die Bauherrschaften gute, energieeffiziente Anlagen bauen und sie korrekt betreiben. Eigentlich ist es längst allen klar, dass bei der Neuanschaffung der Grundstein gelegt wird für Klimawirkung, Energieverbrauch und Betriebskosten für die nächsten 20 bis 30 Jahre. Und trotzdem sind die kurzfristigen Investitionskosten nur allzu oft noch das wichtigste Entscheidungskriterium, statt dass der Fokus auf die Kosten über die Lebensdauer der Anlage gelegt würde. 

Was es heute braucht, sind kompetente, gut ausgebildete Kältefachleute und Bauherrschaften mit Weitblick. Der Schweizerische Verband für Kältetechnik SVK engagiert sich daher mit Kampagnen und Informationsoffensiven mit dem Ziel, Kunden für die Beschaffung von effizienten und klimafreundlichen Anlagen zu bewegen. Gleichzeitig legt der SVK ein besonderes Augenmerk auf eine attraktive Berufsausbildung zum Kältesystem-Monteur oder -Planer. Gezielt sprechen wir dabei auch junge Frauen an, die in unserem Beruf immer noch untervertreten sind. Das ist schade, denn unsere jungen Fachkräfte sind auf dem Arbeitsmarkt sehr begehrt. Wir brauchen sie dringend, um die Nachfrage nach zukunftsweisenden Kältelösungen auf lange Frist zu decken.

Kurt Goetz ist Verwaltungsratspräsident Kältering AG und seit 2018 Präsident des Schweizerischen Verbands für Kältetechnik SVK. Der SVK ist Trägerorganisation der beruflichen Bildung in der Kältebranche und bündelt die Kälte-Fachkompetenzen von Gewerbekälte, Industriekälte, Klimakälte und Wärmepumpen.
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