Auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Mobilität gilt grüner Wasserstoff als eines der Schlüsselelemente. Insbesondere ist er eine optimale Treibstoffalternative zu fossilen Energieträgern wie Benzin und Diesel. Denn bei der angestrebten Dekarbonisierung der Mobilität bildet Wasserstoff eine Brücke von Strom in Bereiche, die nicht so leicht elektrifiziert werden können – aktuell hauptsächlich im Schwerverkehr. Hier besteht besonders viel Potenzial, das dank Brennstoffzellen-Elektro-LKW künftig noch mehr ausgeschöpft werden kann. 

Massive CO2-Einsparung

Wasserstoff-Nutzfahrzeuge haben im Alltag gegenüber Diesel-LKW keine Einschränkungen bezüglich Reichweite und Nutzlast, sind leise und nahezu emissionsfrei. Natürlich unter der Voraussetzung, dass es sich um grünen Wasserstoff handelt, der durch Elektrolyse und mit Strom aus erneuerbaren Energien produziert wird. Dies reduziert einerseits die Treibhausgasemissionen: Bei einer zurückgelegten Strecke von rund 80 000 Kilometer pro Jahr spart ein Brennstoffzellen-Elektro-LKW gegenüber einem Dieselfahrzeug rund 70 bis 75 Tonnen CO2 ein. Anderseits steigert der Einsatz von grünem Wasserstoff auch die Effizienz des Gesamtenergiesystems: Zur Wasserstoffproduktion kann Wasserkraft genutzt werden, sie ermöglicht aber insbesondere auch die Integration von wetterbedingt anfallendem Strom aus Photovoltaik und Windkraft ins Energiesystem. Dieser Power-to-Gas-Prozess wird immer wichtiger, denn er macht Strom aus neuen erneuerbaren Energien speicherbar.

Europaweit einzigartiges Geschäftsmodell

In der Schweiz haben Privatakteure das Potenzial von grünem Wasserstoff früh erkannt. Seit Frühling 2020 betreibt die Hydrospider AG in Niedergösgen eine 2-MW-Elektrolyseanlage zur Produktion von grünem Wasserstoff. Der Strom stammt direkt aus dem Alpiq Laufwasserkraftwerk Gösgen. Zusammen mit Hyundai Hydrogen Mobility und dem Förderverein H2 Mobilität Schweiz etabliert Hydrospider ein europaweit einzigartiges Geschäftsmodell für die emissionsfreie Mobilität: Hydrospider liefert den grünen Wasserstoff und Hyundai bringt die Brennstoffzellen-Elektro-LKW auf Schweizer Strassen. Aktuell sind es 46, bis Ende 2025 sollen es 1600 LKW sein. Parallel dazu sind die Mitglieder des Fördervereins H2 Mobilität Schweiz für die Tankstelleninfrastruktur besorgt; innert kürzester Zeit haben sie in der Schweiz zahlreiche neue Wasserstoff-Tankstellen eröffnet. Diese sind als Kombi-Stationen konzipiert, damit nicht nur LKW sondern auch immer mehr PKW dank grünem Wasserstoff klimafreundlich unterwegs sein können.

Thomas Niederer ist Betriebsökonom mit grosser Erfahrung im internationalen Transport- und Logistikbereich. Seit Juli 2021 ist er Geschäftsführer von Hydrospider, einem Joint Venture von Alpiq, H2 Energy und Linde GmbH/Pangas. www.hydrospider.ch