Nach der Nuklearkatastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat die Schweiz 2011 beschlossen, aus der Atomenergie auszusteigen. Mit der vom Bundesrat ausgearbeiteten Energiestrategie 2050 wurde auch festgelegt, dass keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut werden. Ein mutiger Entscheid, der notabene vom Volk im Mai 2017 mit 58,2 Prozent Mehrheit bestätigt wurde.

Die Energiewende erwies sich nach 2011 in der Praxis aber alsbald als steiniger Weg. Forsch zwar das Tempo in der Vorgabe. Zunehmend Rückstand auf die Marschtabelle jedoch in der Folge. Zehn Jahre später die Volksabstimmung zum CO2-Gesetz über die Verminderung von Treibhausgasemissionen. Ein Selbstläufer, dachte man gemeinhin. Aber oha, die Schweizer Stimmberechtigten lehnten das Gesetz im Juni 2021 mit 51,6 Prozent Mehrheit ab.

Wie weiter? Natürlich dauerte es nach dem CO2-Abstimmungsfiasko nur wenige Tage, bis die ersten Stimmen pro Atomenergie wieder laut wurden. Neue AKWs? Soll wieder diskutiert werden. Soll wirklich wieder diskutiert werden. Schier unglaublich im Jahr 2021. Da haben einige offensichtlich nichts gelernt aus der Vergangenheit. Hände, die fehlen, um gemeinsam am Strang einer nachhaltigen Energiezukunft zu ziehen.

Ohne neue AKWs werden bald schon Stromlücken im Winter befürchtet. Ernsthaft? Wer sich nur einigermassen Halbwissen aus gesicherten Quellen aneignet, wird schnell zum Schluss kommen, dass wir in der Schweiz keine neuen AKWs brauchen, um drohende Stromlücken zu schliessen. Was wir vielmehr brauchen, sind noch mehr beherzte Menschen, die sich konsequent für die Energiewende einsetzen. Wir brauchen attraktive Rahmenbedingungen für die Unternehmen, die sich für innovative und nachhaltige Energielösungen einsetzen. Wir brauchen mutige Entscheide. Wie damals, 2011.

Von dem und vielem mehr rund um die Energiezukunft der Schweiz lesen Sie in der vorliegenden Publikation. Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre.

Peter Büchel, Chefredaktor
Harald Fessler, Herausgeber
Martin Hofer, Beirat