Die Swissmem-Mitgliedfirmen haben ihre CO2-Emissionen an ihren Schweizer Produktionsstätten seit 1990 um rund 55 Prozent reduziert. Der aktuelle Gesamtenergieverbrauch der Mitglieder basiert zu 58 Prozent auf Strom, zu 32 Prozent auf Gas, Erdölprodukte machen noch rund drei Prozent aus. Insbesondere entwickelt die MEM-Industrie Technologien, die es zur Dekarbonisierung von Wirtschaft und Gesellschaft braucht. Durch deren Export verfügt die Schweizer MEM-Industrie über einen bedeutenden Hebel zur Wirkung in der Welt.

Grüne Technologien bieten grosse Chancen

Eine Studie des VDMA und der Beratungsgesellschaft BCG schätzt das zusätzliche Umsatzpotenzial für die Maschinen- und Anlagenbauer für klimaschonende Technologien bis 2050 weltweit auf rund zehn Billionen Euro, also über 300 Milliarden Euro pro Jahr. Laut Studie könnten mit Technologien aus dem Maschinenbau jährlich rund 30 Gigatonnen CO2 eingespart werden, sprich der globale CO2-Ausstoss im Jahr 2006. Die Industrie ist definitiv Teil der Lösung.

Unsere Branche ist auf einen attraktiven Forschungs- und Innovationsstandort und auf offene Märkte angewiesen. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, können die Unternehmen ihre volle Innovationskraft entfalten, «Labor-Technologien» weiterentwickeln, Kosten senken, Anwendungen skalieren und so Produkte breit und rasch in den Markt bringen.

Innovation und Markt statt Subventionen

Swissmem lehnt Subventionen konsequent ab. Sie sind kostenineffizient und nicht technologie-neutral. So fördert das Gebäudeprogramm einseitig die arbeits- und ressourcenintensive, teure Isolierung von Gebäuden. Die sehr günstige und ebenfalls effektive Optimierung von Steuerung und Betrieb bestehender Haustechnik bleibt dabei auf der Strecke. Oder: Die Förderung neuer Erneuerbarer Energien erfolgt bis heute nicht marktorientiert und damit nicht systemdienlich. Während sich Photovoltaik (PV)-Produktionsüberschüsse in den exportlastigen Sommermonaten weiter kumulieren, leistet der PV-Zubau keinen systemrelevanten Beitrag zur Deckung der drohenden Winterstromlücke.

Grosse Synergiepotenziale zeichnen sich bei der Sektorkopplung ab. So steigert zum Beispiel ein E-Auto die Rentabilität einer PV-Anlage und umgekehrt, die Gesamtkosten für Elektrizität und Mobilität sind immer öfter geringer im Vergleich zum Status Quo. Subventionen braucht es folglich nicht mehr, weshalb Swissmem deren Verlängerung im Rahmen der vorgeschlagenen Revision des Energiegesetzes ablehnt. Swissmem fordert hingegen ein Netto-Null-Ziel 2050. Hierzu braucht es eine konsequente Bepreisung von CO2 und somit eine Ausweitung der CO2-Lenkungsabgabe von Brenn- auf Treibstoffen. Wir sollten uns darauf beschränken, das zu belasten, was wir nicht wollen. Innovation und Wettbewerb sorgen dann dafür, dass die kosteneffizientesten und wirksamsten Lösungen hervorgebracht werden.

Dr. Stefan Brupbacher, hat an der Uni Zürich und der HSG Recht und an der Johns Hopkins University internationale Beziehungen studiert. 2008 bis 2014 war er Generalsekretär der FDP Schweiz und bis 2018 Generalsekretär des Eidg. Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung. Seit 2019 ist er Direktor von Swissmem.
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