Bereits seit dem Jahr 1910 wird im Kraftwerk Robbia im Puschlav Strom aus erneuerbarer Wasserkraft erzeugt. Nun wird es gesamthaft erneuert, womit die zuverlässige Stromproduktion im oberen Teil des Bündner Tals auch für die Zukunft sichergestellt wird. Ein Projekt ganz im Sinne der Schweizer Energiestrategie 2050.

Er ist eindrücklich, der Maschinenraum des Kraftwerks Robbia im Puschlav. Wenn Strom produziert wird, erfüllt ein ohrenbetäubendes Maschinenbrummen die grosse Halle. Vor über 100 Jahren nahmen die damaligen Forze Motrici Brusio (heute Repower) die erste Maschinengruppe in Betrieb. Von 1940 bis 1945 wurde die Anlage mitsamt Triebwasserweg ausgebaut und eine weitere Maschinengruppe eingebaut. 1956 komplettierte die letzte Maschinengruppe das Kraftwerk Robbia. Seither sind die Primärkomponenten und die Disposition grundsätzlich unverändert geblieben. Die eingesetzten elektromechanischen und hydraulischen Komponenten wurden im Verlauf der Jahre zwar kontinuierlich revidiert und gewartet, aber nie umfassend erneuert.

Drei Jahre, 125 Millionen Franken

Im Sommer 2020 wurden nun erste Vorbereitungsarbeiten für die Gesamterneuerung in Angriff genommen, die 2023 abgeschlossen wird. Das Energieunternehmen Repower, Eigentümerin und Betreiberin des Kraftwerks, rechnet mit Bruttoinvestitionen von rund 125 Millionen Franken – das ist die grösste Erneuerungsinvestition in der über 100-jährigen Geschichte des Unternehmens. Die Erneuerung umfasst die ganze Anlage, von den Wasserfassungen bis zum Auslauf und Netzanschluss. Die drei Wasserfassungen werden teilweise oder ganz modernisiert, ausserdem werden Apparategebäude und -kammern neu oder ausgebaut. Die Triebwasserwege und Druckleitungen werden ebenfalls auf Vordermann gebracht und das Herzstück, die Zentrale in Robbia, wird umfassend saniert und mit drei neuen Maschinengruppen bestückt. Schliesslich werden der Auslaufkanal sowie die elektrischen Anbindungen ans Hochspannungsnetz neu gebaut.

Umwelt-Ersatzmassnahmen

Für die Eingriffe in die Umwelt, die im Zusammenhang mit den Arbeiten entstehen, müssen Umwelt-Ersatzmassnahmen getätigt werden. Es sind deshalb punktuelle Revitalisierungsmassnahmen, insbesondere am Fluss Poschiavino, und gesetzlich vorgeschriebene Gewässerschutzmassnahmen geplant. Diese Massnahmen müssen spätestens zwei Jahre nach Abschluss der Bauarbeiten und Inbetriebsetzung der Anlagen umgesetzt sein.

Beitrag an die Energiezukunft

Mit der Gesamterneuerung wird der sichere und langfristige Weiterbetrieb des Kraftwerks Robbia gewährleistet. Aber nicht nur das: Auch die Jahresproduktion der Anlage erhöht sich um rund zehn Prozent. Zudem wird die Anlagenflexibilität verbessert. Die Erneuerung des Kraftwerks entspricht damit nicht nur der Strategie von Repower, in der die Wasserkraft eine zentrale Rolle spielt. Sie ist auch ein konkreter Schritt in die Zukunft der Schweizer Energieversorgung, ist doch die Steigerung der Stromproduktion aus Wasserkraft eines der Ziele der Schweizer Energiestrategie 2050.

Repower AG
Repower ist ein Energieunternehmen mit über 100-jähriger Erfahrung. Die Schlüsselmärkte sind die Schweiz (inkl. Originationgeschäft in Deutschland) und Italien. Die Gruppe ist von der Produktion über den Handel bis zur Verteilung und zum Vertrieb auf der ganzen Strom-Wertschöpfungskette tätig. Darüber hinaus entwickelt sie intelligente Systeme im Sinne der Energiewende. Basierend auf ihrem fundierten Energiefachwissen bietet Repower ihre Dienstleistungen auch anderen Kunden an und führt Arbeiten für Dritte aus. Die Repower-Gruppe beschäftigt knapp 560 Mitarbeitende. Dazu kommen rund 30 Lernende in der Schweiz sowie fast 600 Vertriebsberater in Italien.

Repower AG
Via da Clalt 12
CH-7742 Poschiavo
repower.com