Vor gut sechs Jahren hat die Stadt Bern ihre Energiestrategie, den Richtplan Energie verabschiedet. Dieser sieht vor, dass die Wärmeversorgung der Stadt Bern bis ins Jahr 2035 zu 70 Prozent mit erneuerbaren Energieträgern abgedeckt werden soll. Der Ausbau des Fernwärmenetzes ist ein Schlüsselelement zur Umsetzung dieses ambitionierten Ziels. Die Berner Fernwärme wird in der Energiezentrale Forsthaus aus der Abwärme der Kehrichtverwertungsanlage, des Holzheizkraftwerks und des Gas-und-Dampf-Kombikraftwerks produziert und ist zu mindestens 75 Prozent erneuerbar. Über das heutige ca. 50 Kilometer lange Fernwärmenetz versorgt Energie Wasser Bern damit rund 500 Firmen, öffentliche Institutionen und Haushalte der erweiterten Berner Innenstadt. Nun werden weitere Stadtteile erschlossen und das bestehende Versorgungsnetz mit zusätzlichen Kundinnen und Kunden verdichtet.

Fernwärmenetz wird verdoppelt

Mit dem symbolischen Spatenstich für den «Ausbau Fernwärme» hat Energie Wasser Bern im Januar 2020 eines der grössten Infrastrukturprojekte seiner Geschichte in Angriff genommen: die Erweiterung des Fernwärmenetzes um rund 36 Kilometer, was quasi einer Verdoppelung der heutigen Kapazitäten entspricht. Ein Schwerpunkt des Projekts richtet sich dabei auf die westlichen Quartiere von Bern, die mit Hilfe einer neuen Transportleitung erschlossen werden. In diesen Stadtteilen besteht ein Potenzial von rund 10 000 Liegenschaften, die bis in Jahr 2035 mit Fernwärme versorgt werden können. Die bisherigen Bauarbeiten verlaufen soweit planmässig, sodass bereits per Ende 2021 die ersten Kundinnen und Kunden ans neue Verteilnetz angeschlossen werden können.

Schritt für Schritt in weitere Quartiere

Neben dem Ausbau im Westen der Stadt wurde Anfang November eine weitere Bauetappe in Angriff genommen: die Fernwärme-Anbindung ins Berner Länggasse-Neufeldquartier. Damit kann auch das neue Berner Schwimmzentrum, das voraussichtlich Mitte 2023 eröffnet wird, bereits mit Fernwärme beheizt werden. «Das Interesse am Thema und die Nachfrage nach Fernwärmeanschlüssen sind erfreulich gross», sagt Hans-Peter Wyss, Leiter des Bereichs Netze von Energie Wasser Bern und Projektverantwortlicher. «Wenn wir möglichst viele Bernerinnen und Berner von Fernwärme als Heizungslösung überzeugen können, verbessert sich die Klimabilanz der Stadt und die Wirtschaftlichkeit des Netzbetriebs, was den zentralsten Zielen des Projekts entspricht», so Wyss.

Kapazitätserweiterungen stellen Versorgung sicher

Mit der angestrebten Verdopplung des Netzes reicht die Kapazität der Energiezentrale Forsthaus mittelfristig nicht mehr aus, um eine lückenlose Versorgung der Stadt Bern mit Fernwärme sicherzustellen. Aus diesem Grund wird ein zusätzliches Holzheizwerk im Südwesten der Stadt Bern geplant. Damit wird der Anteil erneuerbarer Energie in der Wärmeversorgung in Zukunft noch erhöht. Energie Wasser Bern setzt aber auch alles daran, mehr Energieeffizienz bei der bestehenden Produktion der Fernwärme zu erzielen.

Mehr Energieeffizienz dank Berner Pioniergeist

Dank eines innovativen Pilotprojekts soll die künftig die Problematik der Zwischenspeicherung von Wärmeenergie noch effizienter genutzt werden. Energie Wasser Bern hat im September 2020 mit den Bauarbeiten für einen saisonalen Wärmespeicher, einen sogenannten Geospeicher, begonnen. Mit dem Geospeicher wird im Sommer die überschüssige Wärme in Form von heissem Wasser in ca. 500 Metern Tiefe in den Sandsteinschichten gespeichert. Im Winter wird das warme Wasser wieder an die Oberfläche gepumpt und ins Fernwärmenetz eingespeist. «Der Geospeicher ist in dieser Form schweizweit einzigartig», sagt der Projektleiter von Energie Wasser Bern, Urs Spring. «Wir führen ein Pilotprojekt durch, bei welchem zuerst die technische Machbarkeit nachgewiesen werden soll, bevor das neue System ans Fernwärmenetz angeschlossen wird.» Mit den ersten Sondierungsbohrungen wird voraussichtlich im 2. Quartal 2020 gestartet, mit ersten Ergebnissen ist im 2022 zu rechnen.

Energie Wasser Bern
Energie Wasser Bern engagiert sich an 365 Tagen während 24 Stunden für modernes Leben und Arbeiten in der Stadt und in der Umgebung von Bern. Das Unternehmen stellt die Versorgung der Stadt und der umliegenden Gemeinden mit Strom, Fernwärme, Erdgas, Biogas und Wasser sicher. Ebenso verwertet Energie Wasser Bern Abfall zu Energie, bietet Dienstleistungen im Bereich der Elektro- sowie Erdgasmobilität an und baut in der Stadt Bern das Glasfasernetz aus. Als erfolgreicher Gesamtenergiespezialist entwirft, plant, realisiert und betreibt Energie Wasser Bern auch massgeschneiderte Produktions- und Kundenanlagen inklusive integrierter Abrechnungsdienstleistungen. Ganz nach dem Motto: gemeinsam produzieren – individuell verbrauchen und abrechnen. Für Grossanlagen wie Nahwärmeverbünde, grossflächige PV-Anlagen sowie Gesamtlösungen für Überbauungen oder grosse Wohnblöcke bietet der städtische Energieversorger mit dem Contracting zudem ein nachhaltiges Finanzierungsmodell. Fragen Sie uns, wir helfen Ihnen gerne!

Hans-Peter Wyss, Leiter Bereich Netze und Mitglied
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