Die Energiestrategie 2050 – vom Schweizer Stimmvolk im Mai 2017 angenommen – steckt verlässliche Rahmenbedingungen für eine umweltschonende Energieversorgung in der Schweiz ab. Bis 2050 sollen der Anteil an erneuerbaren, einheimisch produzierten Energien deutlich gesteigert und der Energieverbrauch sowie der CO2-Ausstoss durch Effizienzmassnahmen markant reduziert werden. 

Ein wichtiges Element zur Erreichung der Ziele der Energiestrategie 2050 ist die effiziente Speicherung von in der Schweiz produzierter Energie – vor allem von unregelmässig anfallender Sonnen- und Windenergie. 

Auf dem Areal Aarmatt in Zuchwil nimmt sich Regio Energie Solothurn mit dem Hybridwerk dieser Herausforderung an. Seit gut zwei Jahren betreibt die Energieversorgerin das Werk an der Schnittstelle des Strom-, Gas- und Fernwärmenetzes. Mittels Elektrolyse wird erneuerbarer Strom in synthetischen Wasserstoff umgewandelt. Dieser wird entweder direkt ins Erdgasnetz gespeist oder in Wasserstoffspeichern zwischengelagert. Auf diese Weise lässt sich die bei einem Überschuss an Netzstrom vorhandene Energie in chemischer Form speichern – und bei Bedarf wieder in Strom und Wärme rückwandeln. 

Nun geht die Solothurner Energieversorgerin einen Schritt weiter: Sie produziert aus dem Wasserstoff erneuerbares Gas (Methan). Dafür ergänzt Regio Energie Solothurn das Hybridwerk mit der sogenannten STORE&GO-Anlage, die im Januar 2019 in Betrieb genommen wurde. 

Vollumfängliche Einspeisung ins Gasnetz

Mit der STORE&GO-Anlage leistet die lokale Energieversorgerin Pionierarbeit im Rahmen des Methanisierungsprozesses. Die STORE&GO-Anlage erhält die Rohstoffe für die biologische Methanisierung direkt aus der Nähe: den Wasserstoff aus dem angrenzenden Hybridwerk und das CO2 aus dem Zweckverband der Abwasserregion Solothurn – Emme (ZASE) am Emmenspitz. Im biologischen Methanisierungs-prozess werden unzählige Archaeen – winzige einzellige Urbakterien – eingesetzt, die Wasserstoff zusammen mit Kohlendioxid in Wasser und Methan umwandeln. Rund 700 Billiarden Archaeen sind dafür im Tank der STORE&GO-Anlage im Einsatz. Das so produzierte Methan verfügt über eine identische chemische Zusammensetzung wie Erdgas und kann deshalb unbegrenzt ins Schweizer Erdgasnetz eingespeist werden – ein bedeutender Vorteil gegenüber Wasserstoff, der in der Schweiz lediglich bis zu
2 % beigemischt werden darf. 

Testbetrieb bis 2020

Regio Energie Solothurn betreibt die STORE&GO-Forschungsanlage gemeinsam mit ihren Projektpartnern im Rahmen von Horizon 2020, dem Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union. Ziel des internationalen STORE&GO-Projektes ist es, die Power-to-Gas-Technologie weiterzuentwickeln und im industriellen Massstab zu erproben. Am Projekt sind europaweit gesamthaft 27 Projektpartner beteiligt. Neben Solothurn sind Troia (Italien) sowie Falkenhagen (Deutschland) weitere Forschungsstandorte. Der Forschungsbetrieb in Solothurn ist für rund ein Jahr vorgesehen.

STORE&GO

… steht für Innovative large-scale energy STORagE technologies
AND Power-to-Gas concepts after Optimisation. 

Projektpartner der Regio Energie Solothurn:

  • Electrochaea GmbH
  • Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) 
  • Ecole polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL)
  • Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW)
  • Eidgenössische Materialprüfanstalt (EMPA) 

Regio Energie Solothurn
Die Solothurner Energiedienstleisterin ist eine Energiepartnerin mit starker regionaler Verwurzelung. Als öffentlich-rechtliches Unternehmen versorgt sie die Stadt und die Regionsgemeinden mit Strom, Erdgas, Trinkwasser und Wärme. Durch qualitätsbewusste, markt- und kundengerechte Leistungen sichert Regio Energie Solothurn ihre finanzielle Eigenständigkeit. Als verantwortungsbewusster Energiepartner unterstützt die Energieversorgerin energieeffiziente Massnahmen und einen sorgsamen Umgang mit unseren Ressourcen.

Andrew Lochbrunner 
Projektverantwortlicher STORE&GO

Regio Energie Solothurn
Rötistrasse 17
4502 Solothurn
Tel. 032 626 94 94
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